Archiv Centrum Schwule Geschichte Köln
Mahn- und Gedenkstätte Düsseldorf

Hier finden Sie die Dokumentation zur digitalen Fachtagung „Geschlossene Akten – Offene Wunden?“ vom 16.11.2020
Die Publikation kann auch heruntergeladen oder in Druckfassung bestellt werden unter: https://www.mkffi.nrw/broschuerenservice
Die Veröffentlichungsnummer lautet 1044

Digitale Fachtagung

„Geschlossene Akten – offene Wunden?
Leerstellen und Forschungsfragen der
LSBTI* – Geschichte in Nordrhein-Westfalen“

16. November 2020

Aufarbeitung

Nordrhein-Westfalen gehört ausdrücklich zu den Bundesländern, die sich der Aufarbeitung ihrer LSBTI*-Geschichte widmen. Mit dieser Fachtagung wird nun ein Bogen gespannt, der auch trans*- und intergeschlechtliche* Facetten in der historischen Aufarbeitung beleuchtet. Begonnen wurde 2019, mit der Förderung und Unterstützung der Wanderausstellung des Kölner Centrums Schwule Geschichte „Im Namen des Volkes!? § 175 StGB im Wandel der Zeit“.

Mit der Fachtagung „Geschlossene Akten – offene Wunden? Leerstellen und Forschungsfragen der LSBTI*-Geschichte in Nordrhein-Westfalen“ wollen wir den Blick nun noch weiter öffnen und legen den Fokus im historischen Kontext gleichermaßen auf homosexuelle Männer, die nach § 175 StGB verfolgt und verurteilt wurden, sowie auf Leben und Repression lesbischer Frauen und trans*- und intergeschlechtlicher* Menschen in Nordrhein-Westfalen.

Hierzu laden wir Sie herzlich ein.

Ausstellung

Die Wanderausstellung „Im Namen des Volkes!? § 175 StGB im Wandel der Zeit“ des Kölner Centrums Schwule Geschichte wurde 2019 eröffnet und schrieb bei der Vernissage im Landeshaus des LVR in Köln direkt Geschichte: Der stellvertretende Ministerpräsident des Landes Nordrhein-Westfalen und Minister für Kinder, Familie, Flüchtlinge und Integration des Landes Nordrhein-Westfalen, Dr. Joachim Stamp, sprach eine Bitte um Vergebung an die Opfer der §§ 175/175a StGB in NRW aus.

Ausstellungskurator Marcus Velke-Schmidt nimmt Sie mit auf eine Kurzführung – freuen Sie sich auf Impressionen vom letzten Standort der Ausstellung im Rathaus und der Mahn- und Gedenkstätte Düsseldorf.

Die Ausstellung geht neue und bislang nur wenig beschrittene Wege in der Darstellung der Geschichte der §§ 175/175a StGB. Sie betont die Kontinuitäten der Verfolgung und Vernichtung gleichgeschlechtlichen Lebens über die Jahrhunderte und auf dem Gebiet der heutigen Bundesrepublik Deutschland. Überall werden die Hauptlinien dieser Geschichte auf Nordrhein-Westfalen heruntergebrochen. Die Ausstellung nimmt eine eindeutige Position ein: Die §§ 175/175a StGB waren der sichtbarste und wirkmächtigste Teil eines Verfolgungs- und Repressionskontinuums, unter dem alle Menschen zu leiden hatten, die wir heute als LSBTI* zusammenfassen.

Kostprobe gefällig?

Alle Rechte zu Bildern, Texten, Audio/Video wurden vom CSG Köln recherchiert. Urheber, die nicht zu erreichen waren, werden zwecks nachträglicher Rechtsangleichung um Nachricht gebeten. Alle Rechte vorbehalten. Eine Vervielfältigung oder Verwendung der Ausstellungstexte, auch nur in Teilen davon, in gedruckten oder elektronischen Publikationen und deren Veröffentlichung – auch im Internet – ist nur möglich nach vorheriger schriftlicher Genehmigung durch das Centrum Schwule Geschichte, Köln. © Centrum Schwule Geschichte, Köln, Juni 2019

Videos

„Ich habe gedacht, wir sind die Einzigen auf der ganzen Welt…“

Die ARCUS-Stiftung Köln berief 2014 einen Facharbeitskreis aus Expert*innen verschiedenster Fachrichtungen ein, um ein Zeitzeug*innenprojekt auf den Weg zu bringen. Das Ziel: Die Erinnerungen von Lesben, Schwulen, Bisexuellen und Transmenschen aus NRW aufzuzeichnen, aufzubereiten und zugänglich zu machen. Sehen Sie hier das berührende Ergebnis dieses 2018 abgeschlossenen Projektes.

Ein historischer Tag für Nordrhein-Westfalen

5. Juni 2019 – Vernissage der CSG-Wanderausstellung „Im Namen des Volkes!? § 175 StGB im Wandel der Zeit“ im Landeshaus des LVR in Köln. Dr. Joachim Stamp, stellvertretender Ministerpräsident des Landes Nordrhein-Westfalen und Minister für Kinder, Familie, Flüchtlinge und Integration, hält eine historische Rede.

PROGRAMM

  • Moderation:

    Dr. Kirsten Plötz und Marcus Velke-Schmidt

  • 9:00 — 9:30

    Virtuelles Ankommen

  • 9:30 — 10:25

    Begrüßung

  • Grußworte

  • Dr. Joachim Stamp, stellvertretender Ministerpräsident des Landes Nordrhein-Westfalen und Minister für Kinder, Familie, Flüchtlinge und Integration des Landes Nordrhein-Westfalen

  • Dr. Daniel Baranowski, wissenschaftlicher Referent Kultur, Geschichte und Erinnerung der Bundesstiftung Magnus Hirschfeld Berlin

  • Stand der Forschung in Nordrhein-Westfalen

  • Auf den Spuren lesbischen Lebens und Kämpfens. Vom Landesarchiv bis in die Bewegungsarchive.
    Dr. Muriel Gonzáles Athenas,
    Ruhr-Universität Bochum

  • 10:25 — 10:55

    Inter* in NRW – Geschichte, Entwicklungen und Leerstellen
    Anike Krämer, M. A., Oer-Erkenschwick
    Şefik_a Gümüş, Dipl.-Soz.-Päd.*, Wuppertal

  • 10:55 — 11:00

    Kleine Pause

  • 11:00 — 12:00

    Das „Transsexuellenproblem“? Von der Herausforderung, Trans*-Perspektiven sichtbar zu machen
    Alexander Mounji, B. A., Köln

  • Alles ausgeforscht? Zur Geschichte homosexueller Männer in Nordrhein-Westfalen
    Marcus Velke-Schmidt, M. A., Köln/Bonn

  • 12:00 — 12:30

    Mittagspause

  • 12:30 — 13:30

    Anregungen

    Wie der erste Blick irreführen kann. Erkenntnisse aus regionaler Erforschung der Geschichte lesbischer Liebe
    Dr. Kirsten Plötz, Koblenz

  • 13:30 — 13:35

    Kleine Pause

  • 13:35 — 14:35

    Workshops – Historische Leerstellen und Forschungsfragen in NRW
    W 1: Lesbische Frauen
    W2: Homosexuelle Männer
    W3: Bisexuelle Männer und Frauen
    W4: Intergeschlechtliche* Menschen
    W5: Transgeschlechtliche* Menschen
    Präsentation der Ergebnisse

  • 14:35 — 14:40

    Kleine Pause

  • 14:40 — 15:25

    Talk-Runde

    Perspektiven eines Aufarbeitungsprojekts in Nordrhein-Westfalen
    Dr. Muriel Gonzáles Athenas
    Dr. Daniel Baranowski
    Anike Krämer
    Alexander Mounji
    Dr. Kirsten Plötz
    Prof. Dr. Michael Schwartz, Institut für Zeitgeschichte München-Berlin, Vorsitzender Fachbeirat der Bundesstiftung Magnus Hirschfeld
    Marcus Velke-Schmidt

  • 15:30

    Veranstaltungsende

ORGANISATO­RISCHES

Termin:

Montag, 16. November 2020, 9:00 – 15:30 Uhr

Aufgrund der aktuellen Entwicklung der Coronazahlen in Nordrhein- Westfalen fand die Fachtagung als Online-Format statt. Wir danken den Online-Gästen für die Teilnahme auch unter diesen außergewöhnlichen Umständen.

Hier sehen Sie die Aufzeichnung der Fachtagung vom 16.11.2020.

Gefördert vom